Nach ihrer Abfüllung reifen viele Rotweine 1–2 Jahre bis zur
Trinkreife; manche Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Nebbiolo können allerdings auch 5–20 Jahre oder länger lagern.
Die Reifung macht Rotwein meist weicher, runder und
komplexer, weil sich die Tannine mit der Zeit polymerisieren und dadurch
weniger hart wirken. Gleichzeitig entwickeln sich oft
zusätzliche Aromen, die von fruchtig und würzig zu tertiären Noten wie Leder,
Tabak oder getrockneten Früchten übergehen können. Gerade im Eichenfass entwickeln sich zusätzliche Aromen wie Vanille, Holz oder Gewürze.
Kräftige, tanninreiche Rotweine können oft besser reifen als
leichte, fruchtbetonte Weine. Zu viel Sauerstoff kann dem Wein aber auch schaden und ihn stumpf machen. Zu kurze Reifung lässt den Wein kantig wirken, während
optimale Dauer das volle Potenzial entfaltet – abhängig von Rebsorte und
Qualität.